1. Automatisierte Patientenaufnahme: Vom Anmeldebogen zur digitalen Akte
Ein klassischer Medienbruch im Gesundheitswesen ist die manuelle Übertragung von Patientendaten aus Papierformularen in die Praxissoftware. Fehler bei der Eingabe von Namen, Geburtsdaten oder Versicherungsnummern sind vorprogrammiert. Durch Workflow-Automatisierung wird der gesamte Aufnahmeprozess digitalisiert: Der Patient füllt vor dem Besuch ein Online-Formular aus, das automatisch in das Praxisverwaltungssystem (PVS) übernommen wird. Dabei werden Plausibilitätschecks durchgeführt – etwa die Prüfung der Krankenversichertenkarte via Schnittstelle. Fehlerhafte Eingaben werden sofort markiert und können vom Patienten selbst korrigiert werden. Dies reduziert die Fehlerquote bei der Datenerfassung um bis zu 90 Prozent. Zudem entfällt das manuelle Abtippen, sodass das Praxispersonal entlastet wird und sich auf die Patientenversorgung konzentrieren kann. Ein weiteres Beispiel ist die automatische Terminbestätigung per E-Mail oder SMS mit integriertem Kalenderlink – hier wird der Medienbruch zwischen Telefonnotiz und digitalem Kalender geschlossen.
Digitaler Anmeldebogen mit automatischer Datenübernahme
Plausibilitätsprüfung in Echtzeit
Entlastung des Praxispersonals
2. Rezeptmanagement: E-Rezept-Workflow ohne manuelle Schritte
Die Einführung des E-Rezepts hat viele Medienbrüche beseitigt, doch in der Praxis entstehen neue: etwa wenn das Rezept ausgestellt, aber nicht digital signiert wird oder die Apotheke keine Schnittstelle hat. Workflow-Automatisierung sorgt für einen durchgängigen Prozess: Der Arzt wählt das Medikament im PVS aus, die Software generiert automatisch das E-Rezept, signiert es mit der Praxis-Chipkarte und übermittelt es an die Telematikinfrastruktur. Der Patient erhält eine Benachrichtigung aufs Smartphone, dass das Rezept bereitliegt. In der Apotheke wird das Rezept per QR-Code abgerufen – ohne manuelle Eingabe. Fehler durch unleserliche Handschrift oder falsche Dosierungsangaben gehören der Vergangenheit an. Zudem lassen sich Wiederholungsrezepte automatisieren: Bei chronischen Erkrankungen kann der Workflow so eingestellt werden, dass das Rezept in regelmäßigen Abständen ohne erneuten Arztbesuch ausgestellt wird – natürlich nach vorheriger Freigabe. Dies reduziert nicht nur Fehler, sondern auch den Verwaltungsaufwand für Praxen und Apotheken erheblich.
Durchgängiger E-Rezept-Workflow von der Praxis zur Apotheke
Automatische Signatur und Übermittlung
Wiederholungsrezepte ohne Medienbruch
3. Befundübermittlung: Von der Diagnostik zur Akte ohne Verzögerung
Befunde von Laboren, Radiologen oder Pathologen kommen oft per Fax oder als PDF per E-Mail – beides Medienbrüche, die zu Verzögerungen und Fehlern führen. Ein automatischer Workflow erfasst eingehende Befunde, extrahiert die relevanten Daten (z. B. Laborwerte, Diagnosen) mittels KI und überträgt sie strukturiert in die elektronische Patientenakte (ePA). Dabei werden Warnhinweise generiert, wenn kritische Werte überschritten werden – der Arzt erhält eine Push-Benachrichtigung auf sein mobiles Endgerät. Die manuelle Suche nach Befunden und das Abtippen von Werten entfallen komplett. Dies beschleunigt die Diagnosefindung und reduziert Fehler durch Übertragungsfehler. Ein Praxisbeispiel: Ein Krankenhaus hat die Befundübermittlung von der Radiologie auf die Station automatisiert – die Zeit von der Aufnahme bis zur Befundung sank um 40 Prozent, die Fehlerquote bei der Dokumentation um 85 Prozent.
KI-gestützte Extraktion von Befunddaten
Automatische Warnung bei kritischen Werten
Integration in die elektronische Patientenakte
4. Abrechnungsprozesse: Fehlerfreie Abrechnung durch automatisierte Prüfung
Medienbrüche in der Abrechnung – etwa zwischen Leistungserfassung und Abrechnungssoftware – führen zu fehlerhaften Rechnungen und Regressforderungen. Workflow-Automatisierung prüft jede erfasste Leistung in Echtzeit auf Korrektheit: Sind die ICD-10- und OPS-Codes plausibel? Stimmen die Ziffern mit der erbrachten Leistung überein? Die Software gleicht automatisch mit den aktuellen Gebührenordnungen (GOÄ, EBM) ab und markiert Unstimmigkeiten. Vor dem Versand der Abrechnung wird ein automatisierter Plausibilitätscheck durchgeführt, der typische Fehler wie doppelte Abrechnungen oder fehlende Begründungen erkennt. Dies reduziert die Fehlerquote in der Abrechnung um bis zu 95 Prozent und spart wertvolle Zeit für das Praxispersonal. Zudem lassen sich Zahlungseingänge automatisch mit offenen Posten abgleichen – Mahnungen werden nur bei tatsächlichem Zahlungsverzug ausgelöst.