Medienbrüche im Gesundheitswesen: Ursachen und Auswirkungen auf den Arbeitsalltag
Medienbrüche entstehen, wenn verschiedene Softwaresysteme im Gesundheitswesen nicht miteinander kommunizieren. Typische Beispiele sind die manuelle Übertragung von Patientendaten aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) in das Krankenhausinformationssystem (KIS) oder das händische Eintragen von Abrechnungsdaten in Portale der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese Brüche kosten nicht nur Zeit – sie erhöhen auch das Risiko für Übertragungsfehler, die zu falschen Diagnosen oder verzögerten Behandlungen führen können. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung verbringen Ärzte und Pflegekräfte bis zu 40 % ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten, die oft durch Medienbrüche verursacht werden. Die Folge: weniger Zeit für Patienten, höhere Personalkosten und steigende Frustration im Team. Besonders betroffen sind Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, aber auch die Kommunikation mit Laboren, Apotheken und Abrechnungsdienstleistern. Ohne durchgängige digitale Prozesse entstehen Insellösungen, die den Informationsfluss blockieren und Innovationen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder Telemedizin ausbremsen.
Typische Medienbrüche zwischen PVS und KIS
Kosten durch manuelle Dateneingabe in Abrechnungsportale
Wie funktioniert API-Entwicklung & Integration zur Beseitigung von Medienbrüchen?
API-Entwicklung (Application Programming Interface) schafft standardisierte Schnittstellen, über die verschiedene Softwaresysteme im Gesundheitswesen automatisiert Daten austauschen können. Der Prozess beginnt mit einer Analyse der bestehenden Systemlandschaft: Welche Daten müssen zwischen welchen Anwendungen fließen? Welche Formate (HL7, FHIR, JSON, XML) werden benötigt? Anschließend werden maßgeschneiderte APIs entwickelt, die entweder als RESTful-APIs oder GraphQL-Schnittstellen realisiert werden. Diese APIs übernehmen Aufgaben wie die Synchronisation von Patientenstammdaten, die Übertragung von Befunden und Laborwerten oder die automatisierte Übermittlung von Abrechnungsdaten. Ein konkretes Beispiel: Ein niedergelassener Arzt nutzt ein PVS, das keine native Schnittstelle zum KIS eines nahegelegenen Krankenhauses bietet. Durch eine API-Integration wird ein Echtzeit-Datenaustausch ermöglicht: Überweisungen, Arztbriefe und Medikationspläne werden ohne manuelles Zutun übertragen. Die Integration erfolgt schrittweise: Zunächst werden Testläufe in einer Sandbox-Umgebung durchgeführt, dann folgt die Produktivsetzung mit Monitoring und Fehlerbehandlung. Moderne API-Plattformen bieten zudem Sicherheitsfunktionen wie OAuth2-Authentifizierung und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um den strengen Datenschutzanforderungen der DSGVO und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) gerecht zu werden. Das Ergebnis: Medienbrüche werden eliminiert, die Datenqualität steigt und Mitarbeiter gewinnen täglich bis zu zwei Stunden Arbeitszeit zurück.